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Dieser Tage

Wir saßen auf einer großen Wiese direkt auf einem Fluss, umgeben von fröhlichen Menschen, die das erhoffte und gute Wetter genossen. Sofie und Simon lagen neben mir und redeten über irgendwas, was ich nicht mitbekam, so berauscht wie ich war. Aber das gute Wetter tat mir gut. Ich kam endlich nochmal aus meinem Zimmer raus und musste meine Eltern nicht mehr ertragen. Ich schluckte an meinem Bier, welches schon mein drittes war. Ich war die einzige, die irgendwas alkoholisches an diesem Tag trank, unter uns drei. Die ander'n beiden wollten oder konnten nicht, aber das war mir egal. Bier tat mit gut, genauso wie die Sonnenstrahlen, die die Prozente verdoppelten. Wir lagen einfach nur da und hörten irgendwelche Beats von unbekannten Musikern, welche aber wirklich gut waren, mir gefiel es. Warum konnte nicht jeder Tag so sein? So unbekümmert, sorgenfrei und gedankenlos? (Wobei das Bier ein großer Anteil der Gedankenlosigkeit war) An Tagen wie diesen, fragte ich mich immer, wieso es nicht immer so sein könnte. "Was rauchst'n so viel?", fragte Simon mich. Ich rauchte wirklich eine Kippe nach der anderen, aber wie sollte ich das mitbekommen, ich war völlig gleichgütig. Mein Tabak war fast leer, ich drehte mir immer Zigaretten, weil das billiger war. Also machte ich mich auf den Weg zum nächsten Supermarkt, der nur zehn Minuten zu Fuß vom Fluss entfernt war. Ich zog meine Sonnenbrille an und klammerte mein Backpack um mich, in welchem mein ganzes Kleingeld verstaut war und dann machte ich mich auf den Weg, durch riesige Menschenmassen, völlig überfüllt. Aber mir war's egal. Ich lief zuerst an einer Kirschblütenpromenade vorbei, die Luft roch so frisch und klar. Dann kam ich zu ein paar Leuten, die ebenfalls 'n paar Bier tranken und grillten, was eigentlich verboten war. Aber mir war das egal und ich stellte mich vor, da ich unglaubliche Lust auf neuen Alkohol hatte. Mein Durst war noch lange nicht gestillt. Eine kleine Gruppe saß auf einer graugrünen Decke im hohen Rasen. Ein Typ, welcher Joscha hieß, kam mir sofort entgegen. "Was geeeeht? Ich bin Joscha." Dann schüttelte er meine Hand. Das ging meiner Meinung nach alles viel zu schnell und deswegen antwortete ich erst 'ne halbe Sekunde später. "Ich hab riesen Hunger und wollte mir gerade neuen Tabak kaufen. Ah und ich bin Laura." Er schaute mir tief in die Augen, lächelte und ging zurück zu den anderen. Dann wank er mir zu, dass ich mich zu ihnen setzen soll. Eigentlich hatte ich gar keine Zeit, aber das war mir egal. Ich stellte mich beglückt den anderen vor, dessen Namen ich schon vergessen hatte. Nach einer guten halben Stunde entschloss ich mich dann zu geh'n. Einige Biere mehr und noch besseres Wohlergehen. "Leute, ich geh' mal. Komme später auf jeden Fall nochmal vorbei. Bis dann!" Alle riefen mir zu, dass ich auf mich aufpassen soll. Hatte so eine Nettigkeit lange nicht erlebt. Ich ging vom Rasen auf den schmalen Asphaltweg der direkt zur Stadt führte. Ich wollte nur noch so schnell wie möglich dorthin um mich direkt wieder ergötzen zu können. Dann merkte ich, wie mir jemand auf die Schulter tippte. "Wo willst'n hin?", fragte mich Joscha. "Ich geh nur schnell zum Tabakladen und ich wollte eigentlich später nochmal vorbei kommen." Er sah mich so an, ich kann es gar nicht beschreiben. "Ich begleite dich", sagte er nur und lief dann ohne Widerrede neben mir her. Er war mir so fremd und ich wusste nicht, über was ich mich mit ihm unterhalten sollte, obwohl ich so viel zu sagen hatte. "Ich hab dich hier noch nie gesehen, dabei fallen mir interessante Menschen direkt auf." Ich und interessant? Da täuschte er sich, und wie. Ich war lange Zeit untergetaucht wegen der Trennung von Aurel, welche mich jetzt noch plagte und quälte. "Was soll man'n hier, wenn schlechtes Wetter ist?" Er lächelte schief, nickte und stimmte mir zu.
12.3.14 22:46
 
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